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Donnerstag, 1.06.2023
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Führende Unternehmen begrüßen Bemühungen der Bundesregierung

Mit der gestern, Dienstag, von den beiden Staatssekretärinnen Heidrun Silhavy und Christa Kranzl präsentierten Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT)-Task Force soll Österreich zukünftig wieder zu den Top-3 der IKT-Nationen aufsteigen. Das dafür eingerichtete Beratungsgremium aus Industrie und Wirtschaft, Wissenschaft und Sozialpartnern soll die Bundesregierung auf dem Weg dorthin unterstützen. So strebt man bis Ende 2009 die Vollversorgung der Bevölkerung mit einem Zugang zur Breitband-Infrastruktur an. "Diese Initiative kann nur begrüßt werden und ist als wichtiger Schritt in Richtung einer erfolgreichen und ambitionierten Umsetzung einer nationalen IKT-Strategie in den Kernbereichen Bildung, Gesundheit, Infrastruktur, New Media, Verkehrstelematik und Verwaltung zu sehen", sagt der Geschäftsführer von ICT Austria, Christian Eggenreiter, im pressetext-Interview.

Im Detail gestalten sich die Ziele der Bundesregierung strategisch und setzen die Schwerpunkte im Bereich der Nutzung der IKT und einer Verbesserung politischer Rahmenbedingungen. "Der IKT-Bereich ist auch von bedeutender gesellschaftlicher Bedeutung. Es ist eine unserer Aufgaben, das bereits existierende Angebot für die älteren Generationen berufsorientiert und bedarfsgerecht aufzubereiten", so Silhavy. Zudem soll das bereits bestehende Feld des E-Governments genutzt werden, um weitere Maßnahmen die IKT betreffend, weiter bekannt zu machen, um das Wissen um deren Nutzung bei den Menschen zu vertiefen. "Österreich soll im IKT-Bereich wieder Spitze werden", unterstreicht die Staatssekretärin. Für einen der führenden Technologiekonzerne in Österreich, Siemens, bleibt dieses Ziel keineswegs unrealistisch: "Information und Kommunikation ist eine Zukunftsbranche mit einem jährlichen Umsatz von 15 Mrd. Euro und 125.000 Mitarbeitern allein in Österreich", verdeutlicht Franz Geiger, Vorstandsmitglied der Siemens AG Österreich, auf Nachfrage von pressetext. So sei die IKT als "Nervensystem einer modernen Wirtschaft, Verwaltung und eines modernen Gesundheitssystems" anzusehen.

Unterstützt wird diese Ansicht von der Plattform ICT Austria, die sich selbst als "Think Tank" versteht und die Verbreitung von IKT in alle wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereiche anstrebt. "Prinzipiell finden wir es positiv, dass die Politik dieses wichtige Thema aufgreift und sich darüber hinaus um klare operativ-organisatorische Umsetzungsschritte bemüht", betont Eggenreiter. Schließlich bestünde noch Aufhol- und damit Investitionsbedarf bei den so genannten "weißen Flecken" in ländlichen Regionen. Eggenreiter streicht hierbei die Notwendigkeit einer aktiven Förderung durch die öffentliche Hand heraus und plädiert für die Fortsetzung und Ausdehnung bewährter E-Government-Strukturen. Andernfalls drohe Österreich im internationalen Wettbewerb hinten anzustehen.

Zu einer ähnlichen Einschätzung gelangt der nationale Marktgigant Telekom Austria. "Der Standort Österreich hat vor allem Nachholbedarf was die Nutzung von IKT im Bereich der Applikationen angeht", meint Martin Bredl, Telekom Austria-Sprecher, im Gespräch mit pressetext. Obwohl die Versorgung weitestgehend gegeben ist, müssen diese Bereiche durch die Politik noch stärker gefördert werden, ergänzt der Telekom Austria-Sprecher. Ein wichtiger Ansatzpunkt bilde hierbei vor allem die Forcierung des E-Governments in den Bereichen Bildung Verwaltung und Medizin. Als Hauptproblem sieht Bredl mangelnde IKT-Investitionen, schließlich sei das gesamte Wirtschaftswachstum des Landes davon abhängig.

"In Summe begrüßen wir die von der Politik in Kooperation mit den Wirtschaftspartnern und Interessensvertretungen hervorgebrachte ITK-Task Force als wichtiges Signal für die Wirtschaft und Wissenschaft. Diese können somit aktiv an der Optimierung der IKT-Branche mitarbeiten", so Bredl. Seitens der Politik erhofft man sich aus dem Input prominenter Vertreter der Wirtschaft Vorschläge zur effizienten Umsetzung geplanter Strategien. Die qualitative Forcierung des Standorts Österreichs bildet dabei eine zu verwirklichende Wegmarke, die teils noch erheblich unausgeschöpftes Potenzial in sich birgt. Laut Geiger wird mit der IKT-Task Force erstmals eine kompetente Verankerung von IKT-Anliegen in der Politik sichergestellt. "Das heißt Initiative anstatt Jammern über Stillstand - und gerade in der IKT bedeutet Stillstand Rückschritt. Eines ist klar: Das Vorantreiben einer groß angelegten IKT-Strategie mit dem Ziel Top-3 weltweit zu werden, ist Chefsache. Das heißt: Ein klares Commitment von Bundeskanzler und Ministerrat ist notwendig", so Geiger abschließend.

Autor(en)/Author(s): Florian Fügemann

Quelle/Source: Pressetext Deutschland, 25.04.2007

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