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Sonntag, 31.05.2020
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Der Schrecken der Logistik: Radiofrequenz-Identifikation ist anfällig für Viren. Den Beweis trat eine Live-Demonstration der Freien Universität Amsterdam an.

Bis jetzt habe niemand die digitale Infektion von RFID-Chips und –Systemen wirklich in Erwägung gezogen. Doch auch die kleinen Datenträger können von Viren befallen werden. Sagen zumindest Forscher der Vrije Universiteit Amsterdam und traten den Beweis an, dass RFID-Chips auch Haustiere, Supermarkt-Produkte, Fluggepäck und andere physische Objekte mit Viren infizieren können.

Angetreten ist Melanie Rieback, Doktorandin an der Vrije Universiteit zu einer Live-Demonstration der RFID-Viren zur vierten jährlichen IEEE Conference on Pervasive Computing and Communications in Pisa. So wird in dem Referat erklärt, dass die Viren und Würmer bei Angriffen auf RFID-Chips dieselben Schwachstellen ausnutzen wie auf einem PC – mit ähnlichen Konsequenzen. Ihre Veröffentlichung trägt den verheißungsvollen Namen ‚Ist ihre Katze mit einem Computer-Virus infiziert?’ und wurde auch für den Best-Paper-Award nominiert.

Das Problem-Szenario wie sich der RFID-Virus verbreiten könnte, wird anhand eines konkreten Beispieles des Flughafens Las Vegas skizziert. Im Mai dieses Jahres wird der Flughafen damit beginnen, RFID-Tags an die zwei Millionen Gepäckstücke zu heften, um deren Abfertigung zu beschleunigen. Um das RFID-System zu beschädigen, könnte eine Person ein präpariertes, infiziertes Tag an einem Gepäckstück befestigen, wie es Rieback bereits entwickelt hat. Das Tag werde dann an einer Y-Abzweigung ausgelesen, um festzustellen, wo das Gepäck hingehöre. Allein der Akt des Scannens könne aber schon zu einer Infektion der Gepäck-Datenbank des Flughafens führen. Alle weiteren Tags, die für andere Gepäckstücke ausgegeben werden, wären so auch infiziert. Bei jedem weiteren Lesevorgang würde sich der Virus weiterverbreiten. Innerhalb von 24 Stunden könnten so hunderte von Flughäfen infiziert sein. In ihrer Veröffentlichung schlägt Rieback aber auch eine Reihe relativ standardisierter Gegenmaßnahmen vor, um sich vor Angriffen durch RFID-Viren zu schützen.

Quelle: Ecin, 17.03.2006

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