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Thursday, 15.01.2026
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Bezahlen mit dem Handy - die elektronische Brieftasche wird noch einige Zeit bis zum Durchbruch benötigen. Dabei gilt das System sogar als sicherer als die EC-Karte. Vodafone und T-Mobile wollen auch auf dieser Cebit ihre Projekte in Sachen mobiles Bezahlen vorstellen. Gerade in der Handtasche oder dem Aktenkoffer liegen Brieftasche und Handy oft dicht beieinander. Umso praktischer wäre es, wenn das Mobiltelefon Kreditkarte und Bargeld ersetzen könnte.

Schon seit ein paar Jahren geistert die Idee vom Einkaufen und Bezahlen mit dem Handy durch die Telekom-Branche: Eine Geheimnummer per SMS abschicken, auf die Rückbestätigung warten - so einfach sollte es sein. Doch wie so oft hängt der Erfolg vor allem davon ab, ob die Technik schnell und überall funktioniert - und, ob sie von den Netzbetreibern auch clever vermarktet wird.

Vor wenigen Wochen erlitt das Projekt "mobiles Bezahlen" einen herben Rückschlag: Paybox stellte in Deutschland das B2C-Geschäft bis auf weiteres ein. Zu wenige Handybesitzer hatten ihre Fahrt im Taxi oder die Bestellung im Internet mobil bezahlt. Paybox zählte noch nicht einmal eine Millionen registrierte Kunden. Mehrheitsgesellschafter Deutsche Bank gab schließlich auf und zog sich aus dem Unternehmen zurück. Auf den Durchbruch für das neue Zahlungsmittel muss also noch weiter gewartet werden.

Auf der Suche nach Gemeinsamkeit

Aber es gibt ja nicht nur Paybox und Co., auch die Mobilfunknetzbetreiber haben dieses Feld entdeckt – allerdings weniger elanvoll. Schon im vergangenen Jahr kündigten Vodafone und T-Mobile auf der Computermesse Cebit gemeinsame Plattform für mobiles Bezahlen an. Doch das Projekt schien bis auf weiteres für die Außenstehenden mehr oder weniger im Tiefschlaf zu schlummern. Vor wenigen Wochen kündigten nun die beiden Mobilfunkunternehmen nun, neues auf der Cebit vorzustellen.

Die Branche darf gespannt sei. Bislang wurde zumindest erneut von der gemeinsamen Plattform gesprochen, wieder heißt es, ein gemeinsamer Standard muss her. Erfahrungen sammelt Vodafone zumindest schon mal mit dem System M-Pay. Doch das gemeinsame Ziel lautet: ein länderübergreifendes System als Standard für mobile Bezahldienste zu etablieren. "Es war von Anfang an klar, dass es keine schnelle Lösung geben würde", meint ein Sprecher der Londoner Vodafone-Zentrale.

Unbekannter Kunde

Wichtig für den möglichen Erfolg von mobilen Zahlungssystemen ist, dass die Angebote schnell, sicher und einfach zu nutzen sind. So müssen die Mobilfunkunternehmen nicht nur gegen technische Hürden ankämpfen, sondern vor allem auch das Vertrauen ihrer Handykunden gewinnen.

Denn, was das Bezahlen angeht, wünschen sich einer Studie der Universität Augsburg zufolge ein Großteil der Handy-Nutzer (78 Prozent) eine Bank als Betreiber des Bezahlverfahrens. Telefongesellschaft vertrauen hingegen nur etwas mehr als ein Viertel der 5110 Befragten. Die Kreditinstitute sind nach ihren leidvollen Erfahrungen mit Internetinvestitionen aber derzeit nur schwer für neue Experimente zu begeistern.

Experten meinen aber, dass das bezahlen per Handy sicherer sei als per EC-Karte. Dennoch haben viele potenzielle Nutzer Bedenken. Hinzu kommt, dass es noch zu wenige Händler gibt, die das Handy zum Bezahlen akzeptieren. Sie warten erst ab, ob ihre Kunden es auch benutzen würden. "Das ist das alte Problem von der Henne und dem Ei", meint Key Pousttchi von der Universität Augsburg.

Denn die Frage, für was die Kunden via Mobilfunk wirklich zahlen würden, ist unbeantwortet. Paybox bot zum Beispiel sein System bei Taxtifahrten an, auch Blumenhändler Fleurop hatte sich von dem Bezahldienst überzeugen lassen. Der Umfrage der Augsburger Universität zufolge sind die Kunden aber vor allem bereit, für Spiele oder Informationen, die sie aus dem Internet aufs Mobiltelefon herunterladen, zu zahlen.

Quelle: Manager Magazin

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