IT-Experten rechnen mit höheren Kosten und einem verzögerten Start der neuen elektronischen Gesundheitskarte, die Bundessozialministerin Ulla Schmidt (SPD) 2006 für rund 80 Millionen gesetzlich und privat Krankenversicherte einführen will. "Dass die Gesundheitskarte mehr kosten wird, als 1 Milliarden Euro oder 1,4 Milliarden Euro, ist klar", sagte Michael Ihringer vom Darmstädter Software-Anbieter Intersystems der 'Berliner Zeitung' (Mittwochsausgabe). Der EDV-Verantwortliche einer Berliner Klinik kritisierte, dass die meisten Rahmendaten für das Projekt bislang ungeklärt seien. So sei weder klar, welche Infrastruktur die Krankenhäuser bereitstellen müssten noch wie die erforderliche Speicherung von Patientendaten technisch ablaufen solle. Bei der erstmaligen Einführung eines elektronischen Datenaustauschs zwischen Leistungserbringern und Kassen hätte es annähernd zehn Jahre gedauert, bis die Technik bundesweit verfügbar gewesen sei, sagte der Computer-Experte weiter.
Intersystems-Sprecher Ihringer wiederum sagte der Zeitung, dass er für den Jahresanfang 2006 mit rund 100 000 Versicherten rechne, die eine neue Gesundheitskarte probeweise einsetzen werden.
Autor: (as)
Quelle: de.internet.com, 03.11.2004
