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Monday, 6.04.2026
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Der Windows-Konkurrent legt das Exoten-Image ab. Als Betriebssystem wird Linux zunehmend auch für Unternehmen interessant. Das Computer-Betriebssystem Linux hat sich in kürzester Zeit vom Exoten zum ernsthaften Konkurrenten etablierter Systeme entwickelt. Nach Ansicht der Marktforscher von IDC bringt das laufende Jahr den Durchbruch für Linux, dessen Grundlage 1991 von Linus Torvalds an der Universität Helsinki entwickelt wurde.

Die Zahl der Nutzer wird auf 18 Millionen Nutzer weltweit geschätzt. In Deutschland erfreut sich Linux vor allem im Öffentlichen Dienst wachsender Beliebtheit. Einer Studie der Marktforscher von TechConsult zufolge werden 31 Prozent aller Verwaltungen bis 2004 darauf umsteigen.

Linux wurde auf Grundlage der von Torvalds geschriebenen Basis von tausenden von Anwendern weiterentwickelt und wird kostenlos verteilt. Linux-Anbieter verdienen ihr Geld mit Wartungs- und Schulungstätigkeiten sowie mit den von ihnen entwickelten Linux-Anwendungen.

Die Aussteller der Fachmesse LinuxWorld, die noch bis zum 31. Oktober in Frankfurt stattfindet, haben vor allem Firmenkunden im Auge. Angesichts schwindender IT-Budgets wird Linux als kostengünstige Alternative zu den bestehenden Plattformen vermarktet - insbesondere zu den Produkten des weltgrößten Software-Herstellers Microsoft.

Sicheres System trotz Open Source

"Die Kostenfrage ist der bestimmende Faktor", sagte der Linux-Chefstratege der IBM Software Group, Adam Jollans. IBM habe weltweit bereits mehr als 4600 Linux-Kunden. Als deutsche Referenzen nannte er neben der Werbeagentur BBDO Interactive die Privatbank HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Hatten sich die IT-Verantwortlichen vor einiger Zeit noch darum gesorgt, dass der Quellcode der Software öffentlich zugänglich ist (Open Source), scheinen diese Probleme nun in den Hintergrund zu treten. Gerade im Bereich Sicherheit konnte Linux punkten. Die Polizei im englischen West Yorkshire nutze seit kurzem einen Laptop, der mit Hilfe von Linux gegen Datenklau gesichert sei, sagte etwa der für den Vertrieb des Betriebssystems in Deutschland zuständige IBM-Direktor, Jörg Ludwig.

Linux auf dem Desktop

IBM setzt bei Linux vor allem auf den Server-Markt. Der US-Computerhersteller Sun Microsystems will ab Mitte nächsten Jahres Unternehmen auch unterhalb der Server-Ebene eine Alternative bieten. Der Linux-Desktop soll als Hardware-Produkt samt Software und Server in bestimmten Stückzahlen angeboten werden. Firmenkunden könnten dann das Gesamtpaket mieten.

Schon ab Januar soll der Linux-Desktop der SuSE Linux AG verfügbar sein. Mit dieser Software könnten kleinere und mittlere Unternehmen ihre Arbeitsplätze auf Linux umstellen. Für das erste Quartal 2003 stellte das Unternehmen eine entsprechende Linux-Version für Großunternehmen, öffentliche Verwaltungen und räumlich verteilte Organisationen in Aussicht.

Das Unternehmen ist einer der weltweit führenden Linux-Anbieter und genießt als "SAP Global Technology Partner" bei der Walldorfer SAP AG den gleichen Partnerstatus wie Hewlett-Packard , IBM, Intel , Oracle oder Sun.

Für Jollans von IBM ist der Linux-Desktop dagegen noch kein Thema. Allerdings räumte er ein, dass es in bestimmten Branchen Marktnischen dafür gebe: etwa in der Unterhaltungsindustrie, wenn es um Computeranimationen gehe. Auch für Finanzdienstleister sei Linux interessant.

Quelle: Manager Magazin

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