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Nie mehr am Schalter Schlange stehen: Ein Team der Finanzbehörde arbeitet am Hamburger Projekt, das Teil der Reform-Offensive "Deutschland online" ist.

Unter Hochdruck arbeitet ein Team der Hamburger Finanzbehörde an einem Projekt, das allen deutschen Autofahrern das Leben leichter machen will: Schon ab 2010 sollen sie nicht mehr in Kfz-Zulassungsstellen Schlange stehen müssen, sondern ihre Fahrzeuge via Internet über ein zentrales Verkehrsportal an- und ummelden können - am heimischen PC und sogar über das Handy.

Das Hamburger Projekt ist Teil der Reform-Offensive "Deutschland online", die sich zum Ziel setzt, die staatliche Verwaltung mit Internet und moderner Informationstechnologie schneller und effizienter zu machen. Das Ziel brachte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble bereits bei der Cebit im Februar auf den Punkt: "Jeder soll künftig alle Behördengänge erledigen können, ohne das Haus zu verlassen."

"Technisch ist die An-, Ab- und Ummeldung von Kraftfahrzeugen via Internet kein Problem", sagt Staatsrat Dr. Detlef Gottschalck (43), "jetzt müssen wir so schnell wie möglich auch die nötigen rechtlichen und organisatorischen Voraussetzungen schaffen."

Der gesellschaftliche Nutzen wäre enorm, denn die "Kfz-Zulassung der Zukunft", so der Titel eines internen Arbeitspapiers, spart Zeit und Geld in bisher ungeahntem Ausmaß: Nach Berechnungen der Hamburger Arbeitsgruppe, die das Projekt federführend und im Dauerkontakt mit Dienststellen des Bundes und anderer Bundesländer vorantreibt, könnten jährlich bis zu einer Milliarde Fahrkilometer zu den Zulassungsstellen entfallen - und damit Fahrt- und Wartezeiten von zusammengerechnet mehr als 1000 Jahren.

Deutschlands 46 Millionen Pkw machen jährlich 24 Millionen Behördenvorgänge erforderlich. In 440 Zulassungsbehörden zuzüglich 300 Außenstellen sind bis zu 12 000 Mitarbeiter am Werk. Sie werden ebenfalls entlastet, wenn das zentrale Verkehrsportal eingerichtet ist - so wie alle Autofahrer, auch diejenigen, die weiterhin zur Zulassungsstelle fahren, wo die Schlangen dann wohl erheblich kürzer sind.

Das zentrale Verkehrsportal bietet die Möglichkeit, ein Fahrzeug über das Internet durch zertifizierte Stellen anzumelden und über ein behördliches System zum Straßenverkehr zuzulassen. Ebenso kann das Auto über PC oder Handy auch abgemeldet werden. Und bei einem Umzug über Kreis- und Ländergrenzen hinweg dürfen Autofahrer künftig ihr geliebtes Kennzeichen auf Wunsch sogar überall hin mitnehmen.

"Bürger wollen ihr Auto nicht zulassen, sondern es fahren", sagt Gottschalck. "Die Kfz-Registrierung ist nur notwendig, um Fahrzeuge und deren Halter über staatliche Register identifizieren zu können. Und das wollen wir den Autofahrern jetzt leichter machen. Die Online-Zulassung macht es möglich, die Kilometer zur Zulassung im Kabel statt auf der Straße zurückzulegen. Das ist schneller, billiger und weniger stressig. Vor allem in den östlichen Bundesländern sind Autofahrer viel zu lange zu ihrer Zulassungsstelle unterwegs. Auch wenn wir das neue System vielleicht nicht gleich bundesweit einsetzen können: Hamburg ist auf jeden Fall von Anfang an dabei."

Autor(en)/Author(s):ny

Quelle/Source: Hamburger Abendblatt, 02.08.2007

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