Mannheim sei die erste Großstadt in Deutschland, die diesen Weg gehe. Als Grundlage dienen die Empfehlungen des Bundesinnenministeriums und der EU, im öffentlichen Bereich verstärkt auf Open Source zu setzen. Als wesentliche Orientierung dient den Mannheimern der Migrationsleitfaden des Bundesinnenministeriums.
Neben dem Einsparpotenzial sehen die Mannheimer IT-Fachleute eine "neu gewonnene Flexibilität" und mehr Sicherheit als starke Argumente für den Umstieg. "Natürlich erwarten wir von dieser Migration auch langfristig eine deutliche Kostenreduktion, schon alleine bei den Software-Lizenzen. Wir wollen aber vor allem unsere Wahlfreiheit bei den technischen Angeboten sicherstellen und unsere IT sicherer machen", erläutert Armbruster. "Ein Waldschädling hat in einer Fichtenmonokultur ein leichteres Leben als in einem Mischwald. So ist das auch in der Informationstechnologie. Gerade durch die Offenheit steigt die Sicherheit im Bereich von Open Source."
Die Arbeitsabläufe in der Verwaltung hätten sich in den vergangenen Jahren sehr verändert. An die Stelle von starren hierarchischen Abläufen treten Prozesse, Mitarbeiter würden immer häufiger in Team- und Projektstrukturen arbeiten. "Diese neuen Strukturen müssen in der IT-Umgebung abbildbar sein", meint Armbruster.
Wie auch beim Beispiel München, wo die Stadtverwaltung ebenfalls zu Linux migriert, sei der Entschluss von Microsoft mitentscheidend gewesen, den Support für das Betriebssystem Windows NT Ende 2004 einzustellen. Es wären in jedem Fall Neuinvestitionen in die IT-Infrastruktur notwendig geworden. Technischer Partner bei der gesamten "sanften Migration" ist IBM.
Autor: (anw/c't)
Quelle: Heise online, 11.10.2005
