Bereits die Vorgängerregierung aus Sozialdemokraten und Linken hatte sich zwischen 2008 und 2010 um dieses Projekt bemüht. Der alte Senat erklärtes es jedoch Anfang 2010 für gescheitert, da Berlin privaten WLAN-Betreibern "kein attraktives Angebot unterbreiten (könne), um unter Nutzung von öffentlicher Infrastruktur ein homogenes und flächendeckendes Netz im Berliner Zentrum aufzubauen". Die derzeitige Wirtschaftsverwaltung habe diesen Bericht nun zurückgezogen und eine neue Bewertung angekündigt.
"Wir wollen ein Netz an zentralen Orten innerhalb des S-Bahn-Ringes etablieren", erklärte der Berliner Senatskanzleichef Björn Böhning gegenüber dem Tagesspiegel. Anfangs wolle man das Funknetz in Gegenden aufbauen, in denen viele Touristen unterwegs seien oder an denen es viele "Unternehmen mit Internet-Bezug" gäbe. Laut Böhning soll das noch in den Anfängen steckende Projekt keine Kosten für das Land Berlin verursachen, denn mögliche Betreiber könnten die Installation und den Betrieb der geplanten WLAN-Infrastruktur über Werbung finanzieren. Ob neue Ausschreibungen sowie Kooperationen mit regionalen Initiativen nötig und möglich seien, prüfe man derzeit, erläutert Böhning weiter.
Zu einer dieser regionalen Initiativen dürfte auch das vom Förderverein Freie Netzwerke bereits 2010 vorgelegte Konzept zum Wireless Open Public Local Access Network Berlin (wOPLAN-B) gehören (PDF-Datei). Die Verfasser stammen aus der Berliner Freifunk-Initiative, die in einigen Stadtteilen ein offenes Funknetz betreibt. Nach dem Willen der Piratenfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, soll der Senat dieses Konzept in die Umsetzung seiner Pläne einbeziehen.
Siehe auch: Londoner City bekommt freies WLAN
---
Autor(en)/Author(s): (Mit Material von dpa) / (rek)
Quelle/Source: Heise online, 12.01.2012

