Zuvor will Berlin im Bundesrat eine Entschließung zum Haftungsrisiko für WLAN-Betreiber durchsetzen. So sollen etwa Cafés oder Hotels, die kostenlose Netzverbindungen anbieten, nicht länger für möglicherweise illegale Downloads ihrer Kundschaft haftbar sein. Für die Initiative (PDF-Datei), die am Freitag Thema in der Länderkammer sein soll, zeichne sich eine einstimmige Mehrheit ab. "Wir hoffen auf ein Gesetz noch in dieser Legislaturperiode", sagte Böhning. Davon unberührt solle das Gratis-Netz aber schon vorher starten.
Ein stadtweites kostenloses Drahtlos-Netz kann es aber laut Böhning allein aus technischen Gründen nicht geben. Die Reichweite der Geräte sei so gering, dass mehrere Millionen Euro investiert werden müssten. "Auch wenn wir es nur an zentralen Orten machen, ist die Stadt zu groß, als dass ein Betreiber allein agieren kann." Im Gespräch seien deshalb auch Kooperationen beispielsweise mit der Freifunker-Bewegung.
Finanzieren könne ein Betreiber das kostenlose Netz über Werbung oder – ähnlich wie das soziale Netzwerk Facebook – über die Daten der Nutzer. Der Senat werde sein Vorgehen aber eng mit dem Datenschutzbeauftragten Alexander Dix abstimmen. Bereits im Juli hatte Böhning Unternehmen dazu aufgerufen, sich mit eigenen Konzepten für das Gratis-WLAN zu beteiligen.
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Autor(en)/Author(s): (dpa) / (axk)
Quelle/Source: Heise online, 09.10.2012

