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Weltmarktführer Setec will auch sein Heimatland ausrüsten

Obwohl in Finnland Setec, der Weltführer und erste Hersteller von biometrischen Pässen, beheimatet ist, wird Finnland frühestens im Sommer 2006 die ersten biometrischen Pässe herausgeben. Bis zum 19. September lief noch die Ausschreibung für das System. Im November wird dann entschieden, welche Firma den Zuschlag erhält.

Eigentlich hätte alles viel schneller gehen sollen, aber der erste Ausschreibungsprozess war nicht detailliert genug abgefasst worden und verstieß gegen die europäischen Wettbewerbsbedingungen. Der finnische Passhersteller Setec zog gegen die Entscheidung des finnischen Innenministeriums, die Herstellung der Pässe den schwedischen und niederländischen Konkurrenten XponCard und SDU zu übertragen, vor Gericht und gewann. Der Ausschreibungsprozess musste von neuem beginnen. Nun verzögert sich alles.

Pass mit digitalem Foto

In Finnland werden die neuen Pässe in der ersten Phase mit einem Mikrochip ausgestattet, der ein digitales Foto enthält, welches in punkto Qualität und Gesichtserkennung besser ist als das herkömmliche System. Im Laufe der kommenden drei Jahre sollen dann auch Fingerabdruckdaten in dem Chip gespeichert werden.

Die internationale finnische Unternehmensgruppe Setec liefert bereits Norwegen und Schweden ihre biometrischen Pässe. Die auf Smartcards und Sicherheitsdruck spezialisierte Firma kombinierte als erste in der Welt beim Reisepass visuelle Identifizierung mit Smartcard-Technologie. Aus einer Datenseite aus Polycarbonat und einem Prozessorchip entstand ein Pass, den zu fälschen fast unmöglich ist. "Vorläufig gibt es weltweit kein zweites Unternehmen, dem es gelungen wäre, Identifizierung anhand einer hochsicheren Polycarbonat-Datenseite und Smartcard-Technologie im gleichen Pass zu kombinieren", versichert Geschäftsführer Pekka Eloholma.

Biometrischer Pass sieht aus wie vorher

Der biometrische Pass sieht wie das altbekannte Büchlein aus, enthält aber einen kleinen Computer und eine Antenne. Eingebettet wird die neue Technologie in eine schon von den jetzigen Pässen her bekannte Datenseite aus Polycarbonat. Die biometrische Identifizierung erfolgt durch Messen eines personenspezifischen physischen oder biologischen Merkmals, wie zum Beispiel der Gesichtsform, des Fingerabdruckes oder der Augeniris. Die von der Messvorrichtung, zum Beispiel der Kamera oder dem Fingerabdrucksensor, gelieferte biometrische Information wird in eine mathematische Größe umgeformt und auf dem Mikroprozessorchip gespeichert.

Setec gewann im Februar die weltweit erste Ausschreibung für einen den neuen Empfehlungen der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation ICAO entsprechenden biometrischen Pass. Laut einem fünfjährigem Vertrag stellt Setec für Dänemark fast drei Millionen Pässe her. Die erste Lieferung erfolgt bereits Ende dieses Jahres.

Autor: Rebecca Libermann

Quelle: ZDF Heute, 17.10.2005

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