Die österreichische Autobahnbetreibergesellschaft ASFINAG hat angekündigt, eine WLAN-Infrastruktur auf den Autobahnen zu errichten und somit drahtloses Internet für die Insassen zu ermöglichen. Ein Pilotprojekt soll noch dieses Jahr auf der Teststrecke der Südautobahn im Raum Klagefurt gestartet werden. "Wir betreten damit europaweit Neuland", sagte Vorstandsdirektor Christian Trattner.
Für die Datenübertragung wird das ASFINAG-eigene Glasfasernetz zur Verfügung gestellt. "Derzeit sind 1.000 der insgesamt 2.100 Autobahnkilometer mit den Lichtwellenleitern ausgerüstet. Bis Ende 2007 sollen 1.700 Kilometer erschlossen sein", meint Zimmermann. Das Netz wird aktuell dafür genutzt, Verkehrsdaten zu sammeln und zu verwerten. "Von unserer Zentrale in Inzersdorf werden diese Informationen in Echtzeit zu den Überkopfbrücken übermittelt, um somit auf die aktuelle Lage reagieren und den Verkehr beeinflussen zu können", erläutert Zimmermann. Diese Daten direkt in das Auto zu bringen, sei die große Vision für intelligente Autobahnen und Schnellstraßen.
"Der Pilotversuch ist ein weiterer Schritt vorwärts in unserer Strategie, über das harte Straßennetz ein weiches Informationsnetz zu legen", hebt Trattner hervor. Funktionale Systemtests sowie umfangreiche Messungen durch den Systemanbieter und die ASFINAG sollen Erkenntnisse über die Kommunikation zwischen Fahrzeug und Infrastruktur bei Geschwindigkeiten von mindestens 130 Stundenkilometer liefern. Dabei wird auch eine ungeschränkte VoIP-Funktionalität angestrebt. Von den gewonnenen Erkenntnissen erhofft sich die ASFINAG grundlegende Planungsvoraussetzungen für eine künftige WLAN-Infrastruktur.
Autor: Andreas List
Quelle: Pressetext Deutschland, 14.04.2006
