Bei gerade einmal 8500 der insgesamt 8,2 Millionen Stück E-Cards, die an die Österreicher jeder Altersstufe verteilt wurden, wurde auf Wunsch der Besitzer auch die Signaturfunktion aktiviert. Damit können sie in der Welt des E-Government Dienste in Anspruch nehmen: Also Amtswege von zu Hause erledigen, Dokumente verschlüsseln oder elektronische Zustelldienste nutzen.
Eine höhere Zustimmung zur Signaturfunktion will man nun beim Hauptverband der Sozialversicherungsträger als Ausstellerin der E-Card auf zweierlei Wegen erreichen: Erstens sollen Angebote rund um die Sozialversicherung mittels Signatur genutzt werden können, zweitens soll E-Government aus der Bundeshauptstadt raus in kleinere Städte getragen werden. In einer Kooperation mit Microsoft Österreich werden in vorerst acht mittelgroßen Städten lokale Behördendienste E-Government-tauglich gemacht, also etwa Services rund um Kindergartenanmeldung oder Müllabfuhr. Bis Ende dieses Jahrzehnts sollen damit vier Millionen. Österreicher erreicht werden, sagt Erich Pramböck, Städtebund-Generalsekretär. Gesetzlich geregelt ist die E-Card-Signatur aber nur bis Ende 2007.
Damit nicht, wie oftmals kritisiert, das Rad zehnmal erfunden wird und jede Stadt, jede Gemeinde ihre eigenen Lösungen schneidert, ist der Städtebund dabei, Komponenten für ein durchgängiges E-Government zu entwickeln. Vonseiten der Sozialversicherungen werden laufend so genannte personalisierte Informationsdienste bereitgestellt, für deren Zugang eine Signatur notwendig ist. Also etwa einen persönlichen Sozialversicherungsdatenauszug mit den Zeiträumen, in denen man versichert war. Versicherte der SVA (Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft) können ihre Beitragsvorschreibungen seit dem 1. Quartal 2002 einsehen; weitere Sozialversicherungsträger bereiten ähnliche Angebote vor. Ab 1. Jänner 2007 soll es möglich sein, das Pensionskonto abzufragen.
Autor(en)/Author(s): ruz
Quelle/Source: Der Standard, 17.10.2006
