Im fünften Jahr in Folge hat die EU-Kommission gemeinsam mit Cap Gemini Ernst & Young die E-Government-Angebote in 28 Ländern Europas gemessen. Österreich hat sich im Jahr 2004 auf Rang zwei vorgeschoben und ist quasi "Vize-Europameister", erklärte ein Insider der "Presse". Spitzenreiter bleibt Schweden, dritter ist Finnland. Am Dienstag wird die EU-Kommission in Brüssel das Ergebnis offiziell bekannt geben. Massiv aufgeholt haben auch zwei Länder aus den neuen EU-Mitgliedern. "Diese Staaten zeigen, dass man binnen kurzer Zeit die Amtswege auch rasch ins Internet bringen kann", heißt es in regierungsnahen Kreisen.
Bei der Studie wurden die Internetangebote der Ämter und Behörden in 28 Staaten unter die Lupe genommen. Zwölf Anwendungen für Bürger, dazu zählen beispielsweise das Meldewesen oder der digitale Amtshelfer, sowie acht Firmenanwendungen wie Steuererklärung oder Ausschreibungen wurden untersucht.
Weit entfernt vom Stockerl, EU-weit auf Rang neun, liegt Österreich bei schnellen Internet-Zugängen. Nur neun von 100 Österreichern verfügen über Breitband-Internet. Die Arge Breitband, die sich aus zwölf Unternehmen der IT- und Telekom-Branche zusammensetzt, fordert von Finanzminister Grasser weitere Steuererleichterungen und einen Breitband-Regierungsbeauftragten.
Autor: Thomas Jäkle
Quelle: Die Presse, 05.03.2005
