Zum Start des Gesundheitskarten-Tests in Trier herrscht in der Region Optimismus. Nach Angaben des Projektleiters Till Moysies gab es so viele Anfragen von Ärzten und Apotheken, dass die Testteilnehmer ausgewählt werden mussten. Trier ist schon einmal Testgebiet einer telemedizinischen Neuerung gewesen, als die "sektorenübergreifende Patientenakte" der Firma Vita-X getestet wurde. Nach einer Studie der Universität Trier sollen sich 90 Prozent der Tester dieser Patientenakte für die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte ausgesprochen haben.
Mit dem 10.000er-Test ist Trier eine von sieben Regionen, in denen die Gesundheitskarte getestet wird. Während die Hardware (Karten, Kartenlesegeräte und Konnektoren) die Zulassung der Gematik besitzen, gibt es bei der Zulassung der Software, etwa bei den Praxisverwaltungssystemen, noch Wartezeiten. So kann das Ausstellen eines eRezeptes, das auf der Gesundheitskarte gespeichert wird, noch nicht getestet werden. Unabhängig von den laufenden und geplanten Testreihen soll Mitte 2008 bereits mit der bundesweiten Ausgabe von Gesundheitskarten begonnen werden, mit der Folge, dass alle Ärzte neue Lesegeräte brauchen.
Über die Frage, wie die Einführung dieser Geräte finanziert werden kann, verhandeln derzeit Krankenkassen und die Körperschaften der Ärzte, die Bundeärztekammer und die Kassenärztliche Bundesvereinigung. Mehrere Ärzteverbände hatten diese Gremien aufgefordert, aus Protest gegen ungelöste Fragen beim Patientendatenschutz die Mitarbeit in der Gematik ruhen zu lassen.
Siehe dazu auch den Online-Artikel in c't – Hintergrund mit Links zur aktuellen und bisherigen Berichterstattung über die elektronische Gesundheitskarte und die Reform des Gesundheitswesens: Die Auseinandersetzung um die Digitalisierung des Gesundheitswesens
Autor(en)/Author(s): (Detlef Borchers) / (vbr/c't)
Quelle/Source: Heise, 03.09.2007
