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Dienstag, 27.10.2026
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Die Ermittlung des Kantonal-St. Gallischen Internet-Auftritts als bestem des Landes kommt nicht von ungefähr

Eine aktuelle Studie attestiert dem Internet-Auftritt des Kantons St. Gallen die landesweit grösste Bürgernähe. Dies ist kein Zufall. In St. Gallen wird seit Jahren gezielt auf die elektronische Kommunikation mit der Öffentlichkeit gesetzt.

Vor einem Jahr der «Prix Eugen» für einen Webauftritt, der sich «durch ausserordentliche Benutzerfreundlichkeit, Übersichtlichkeit, gute Gliederung, ein grosses Angebot und eine umfassende Linkliste auszeichnet», jetzt die Resultate einer nationalen Untersuchung, die der Internetseite des Kantons St. Gallen attestieren, dass diese den Bedürfnissen der Bürger so nahe kommt wie es in keinem anderen Kanton der Fall ist. Verständlich, dass man in der Pfalz «schon etwas stolz ist» auf diese Auszeichnungen, wie Hildegard Jutz bekennt, Kommunikationschefin in der Staatskanzlei.

Ist der von der Uni Fribourg vergebene «Prix Eugen» noch weitgehend eine Geschmacks-Wertung, so beruht die Bestnote in der Vergleichsstudie des Berner Instituts für angewandte Argumentenforschung (Ifaa) auf exakten Erhebungen. Die Internet-Auftritte der 26 Kantone wurden in deren eigenem Auftrag bereits zum fünften Mal genau durchleuchtet und elektronisch ausgewertet. 189 Millionen verschiedene Kommunikationsinhalte wurden bezüglich ihrer Sichtbarkeit und Nutzung im Netz gemessen.

Von zwei Seiten gestaltet

Die Website des Kantons St. Gallen erhielt die besten Noten, was die Übereinstimmung des Angebotes mit den Bedürfnissen der Bürgerschaft betrifft sowie die Themenvielfalt und die Bedienerfreundlichkeit für den User. Besser als alle anderen Kantone scheint St. Gallen vor allem eines zu machen: «Unsere Site ist dezentral aufgebaut. Für die Inhalte und das Handling ist ein Steuerungsgremium zuständig, das aus Leuten aus der Staatskanzlei wie auch aus dem Dienst für Informatikplanung zusammengesetzt ist», erklärt Hildegard Jutz. «Damit ist gewährleistet, dass es eine optimale Mischung aus Inhalt und Themensetzung sowie aus optischem Auftritt und Handling gibt.» Will heissen, dass nicht die Erscheinung des Auftritts im Vordergrund steht, sondern die Qualität der Information und der Nutzen für die User. «Dieser Ansatz vom Kommunikativen her verzichtet auf visuellen Schnickschnack und hilft der Bürgerin, dem Bürger, sehr rasch ans gewünschte Ziel zu gelangen», wie es Frau Jutz umschreibt.

In die neueste, belobigte Version des kantonalen Internet-Auftritts sind zum einen die Erkenntnisse früherer Studien eingeflossen. Andererseits ist sie das Resultat eines kontinuierlichen Weges, den man beim Kanton in Sachen Internet seit Jahren geht. «In St. Gallen spielen die modernen Kommunikationswege sicherlich eine grössere Rolle als in anderen Kantonen. Auch die Regierung hat schon vor fünf Jahren begonnen, sich gezielt mit dem e-Government auseinander zu setzen. Und bei der elektronischen Steuererklärung sind wir ja ebenfalls die Pioniere im Land», führt Hildegard Jutz aus. Dies hat das Verhalten der Bürgerschaft beeinflusst, und entsprechend hat man das Angebot beim Kanton ausgebaut und professionalisiert.

Fast 300 000 Besuche im Monat

Dass man dabei den Geschmack des Publikums gut getroffen hat, geht auch aus der kantonseigenen Zugriffs-Statistik hervor. Klickten im Jahr 2004 monatlich im Durchschnitt rund 175 000 Besuchende die Seite www.sg.ch an, so waren es im ablaufenden Jahr bereits deren 275 000. 2004 gab es im Spitzenmonat März, als Kantons- und Regierungsrats-Wahlen stattfanden, einen Besucher-Spitzenwert von etwa 230 000, während es ein Jahr später ohne vergleichbares Ereignis schon über 300 000 waren. Der März 04 ist mit mehr als 1,8 Millionen dafür einsamer Spitzenreiter, was die Anzahl aufgerufener Seiten aus dem Kantonsauftritt betrifft.

Verbessert werden kann immer noch vieles, weiss auch Kommunikationschefin Jutz. Zum Beispiel ist die Blindentauglichkeit noch nicht wie gewünscht umgesetzt. Daran wird gearbeitet. Und ein weiteres Projekt, das «Rats-Informationssystem», befindet sich in der Endphase. Dabei handelt es sich um eine Art Intranet, ein elektronisches «Backoffice», das den kantonalen Räten und Behörden zur Verfügung stehen wird. Auch dieses entspringt einer Eigenentwicklung von Staatskanzlei und Dienst für Informatikplanung.

Autor: Iso Niedermann

Quelle: St.Galler Tagblatt, 20.12.2005

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