Wie der Guardian berichtet, soll das System so eingestellt werden, dass man aus Gründen der Sicherheit zunächst eine höhere False Rejection Rate (FRR) akzeptiert, um nach Möglichkeit alle Personen herauszufischen, die auf Fahndungslisten stehen. Personen, die fälschlicherweise nicht durchgelassen werden (False Negative), müssten dann noch einmal die normale Passkontrolle passieren. Das Sicherheitspersonal soll aber auch die Möglichkeit haben, die automatische Erkennung auszuschalten und selbst Überprüfungen vorzunehmen.
Die Behörden versprechen sich von der automatischen Gesichtserkennung eine bessere Kontrolle und schnellere Abfertigungen. Zudem sollen die automatischen Schleusen eine Grundlage für ein Sicherheitssystem namens e-Borders werden, bei dem vor dem Flug Reiseinformationen und persönliche Daten der Passagiere mit einer Liste abgeglichen werden. Mit dem Projekt Semaphore, das 2004 eingeführt wurde, werden jährlich bereits 30 Millionen Flugpassagiere überprüft. Bis 2010 will die Regierung anhand von API-Daten (Advance Passenger Information) mit eBorders 95 Prozent aller Reisenden kontrollieren.
Kritiker wie Phil Booth von der No2Id-Kampagne zweifeln allerdings die Leistung der automatischen Gesichtserkennung an und gehen davon aus, dass es dabei hohe Fehlerraten geben wird. Aus einem Pilotprojekt zur Gesichtserkennung im Mainzer Hauptbahnhof zog das Bundeskriminalamt (BKA) den Schluss, dass nach derzeitigem Stand der Technik solche Systeme noch nicht einsatztauglich seien. Die Erkennungsraten lagen bei Tageslicht bei 60 Prozent, nachts nur noch bei 10 oder 20 Prozent.
---
Autor(en)/Author(s): (fr/Telepolis)
Quelle/Source: Heise online, 25.04.2008
