Die Londoner Stadtgemeinde Newham setzt weiter auf die Produkte von Microsoft. Laut Microsoft wird Newham bei 5.000 Rechnern dadurch in den kommenden fünf Jahren 4,7 Millionen Euro sparen, obwohl bis zu zwölf verschiedene MS-Produkte von Office 2003 Professional bis hin zu SQL Server 2000 genutzt werden.
Microsoft führt Newham derzeit als Beweis an, dass seine Software im Gegensatz Open Source mehr Wertschöpfung biete. Allerdings wirft die Open-Source-Gemeinde dem Hersteller vor, mit erheblichen Preisnachlässen Kunden zu gewinnnen.
Der zuständige IT-Beauftragte in Newham, Richard Steel, wies Vorwürfe, die Stadt habe nur mit Linux geliebäugelt, um Microsoft zu Zugeständnissen zu bewegen, von sich. Man habe Linux ernsthaft in Betracht gezogen, so Steel.
Daneben haben Newham und Microsoft eine Partnerschaft in Bezug auf Technologie-Entwicklung bekannt gegeben. Diese umfasst die konkrete Zusammenarbeit in verschiedensten Projekten der öffentlichen Verwaltung im Zusammenhang mit E-Government. Lokale E-Government Lösungen will die Stadt Newham auch als britische Best-Practice Projekte verwenden, um so zur Verbesserung von E-Government in Großbritannien beizutragen.
Besserer Preis durch Wettbewerb
Allerdings habe der Wettbewerb durch Linux durchaus zu einem besseren Preis geführt, so Steel. "Sie wären verrückt, wenn sie anders denken würden", so Steel vor Journalisten.
IT-Berater Capgemini hatte Microsofts Angebot letztes Jahr unter die Lupe genommen und den Vorschlag besser bewertet als eine Lösung auf Open-Source-Basis des IT-Beraters Netproject.
Laut Capgemini hat quelloffene Software mehr Sicherheitsrisiken als Software von Microsoft. Man habe festgestellt, dass Microsoft beträchtlich viel Zeit und Energie in die Sicherheit seiner Produkte investiere, so eine Sprecherin.
Newham könne mit MS bei mindestens gleich bleibendem Service in den nächsten fünf Jahren seine Support-Kosten um 13,5 Prozent senken, so die Evaluierung von Capgemini.
Migrationen allerorts
Zuletzt haben sich bekanntlich vermehrt Stadtverwaltungen aber auch ganze Länder von Microsofts Software abgewandt.
Während Wien seinen Mitarbeitern die Migration auf Linux als Option in Aussicht stellt, wird München, trotz Patent-Unsicherheiten, die komplette Stadtverwaltung mit 14.000 Rechnern auf Linux umstellen.
Um die französische Metropole Paris kämpft MS derzeit noch. Alleine auf die Drohung, die Systeme auf Open Source umzustellen, hat ein monetäres Entgegenkommen der Herstellers bewirkt.
"Microsoft hat daher zugestimmt, die Preise zu senken", so ein Sprecher der Stadt. Der Preisabschlag soll sich in der Höhe von 60 Prozent bewegen.
Quelle: futureZone, 17.08.2004
