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Mittwoch, 11.03.2026
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Die Studie untersucht die 64 größten Wirtschaftsnationen anhand von rund einhundert Kriterien und legt dar, wie gut diese Länder auf die Nutzung der Internet-Wirtschaft vorbereitet sind. Bewertet wurden in der Untersuchung quantitative und qualitative Kriterien aus den sechs Kategorien Infrastruktur, rechtliche Rahmendingungen, soziales und kulturelles Umfeld, Dienstleistungsangebot, Wirtschaftsumfeld und E-Business-Verbreitung. "Österreich liegt in der Gruppe jener Länder, die sehr gute Voraussetzungen für eine weitere Entfaltung der digitalen Ökonomie aufweisen. Verschiedene Initiativen der österreichischen Bundesregierung zeigen Wirkung. Regierung, Städte und Kommunen setzen verstärkt auf E-Government", analysiert Friedrich Schreiber, Direktor und Leiter des Bereiches Public Sector IBM Business Consulting Services Österreich. "Österreich ist sicher am richtigen Weg. Wichtig ist, dass wir das Tempo halten. Auch wer nur langsam fortschreitet, bleibt im internationalen Wettbewerb sonst rasch zurück."

ÖSTERREICH IM INTERNATIONALEN VERGLEICH

Als besonders gut entwickelt gelten hierzulande die rechtlichen Rahmenbedingungen für die digitale Wirtschaft (Platz 7). Rang 10 teilt Österreich in der Kategorie soziales und kulturelles Umfeld unter anderem mit Gesamt-Sieger Dänemark. Die Bewertung in dieser Kategorie ergibt sich aus Kriterien wie dem allgemeinen Bildungsniveau, Internet- und technischen Skills. In der Kategorie Infrastruktur liegt Österreich (noch vor Deutschland) auf Rang 14. Bewertet wurden die Verfügbarkeit von Breitbandzugängen zum Internet, die Versorgungsdichte mit mobiler und Festnetz-Telephonie, der Verbreitungsgrad von PC und Internet-Nutzung, die Qualität und Sicherheit von Internetverbindungen sowie die Wettbewerbsintensität im IT- und Telekommunikations-Markt. Hinsichtlich der E-Business Verbreitung wurde Österreich an 14. Stelle gereiht. Hier flossen beispielsweise der Anteil des elektronischen Handels am gesamten Handelsvolumen oder die Aufwendungen des Staates für IT - gemessen am Bruttoinlandsprodukt - ein. Dynamik der wirtschaftlichen Entwicklung, politische Stabilität, Arbeitsmarkt, Wettbewerbsintensität, Handels- und steuerrechtliche Rahmenbedingungen zählen zu jenen rund 70 Indikatoren, die die EIU in regelmäßigen Abständen für die Errechnung eines Index für das wirtschaftliche Umfeld heranzieht, der auch in den Gesamtscore für die E-Readiness einfließt. Hier ist Österreich derzeit auf Rang 21 gereiht. In punkto Verfügbarkeit von IT-Beratung und IT-Implementierung weist Österreich recht hohe Standards auf und schneidet mit dem 11. Platz für das Dienstleistungsangebot gut ab.

EUROPA IN POLE POSITION

Mit Ausnahme von Griechenland sowie den neuen EU-Mitgliedsstaaten, liegen alle europäischen Wirtschaftsnationen in der Spitzengruppe der ersten 25. Unter den ersten zehn Ländern sind sieben europäische Staaten zu finden. Auf Platz 1 des Rankings liegt Dänemark, dicht gefolgt von Großbritannien, Schweden, Norwegen und Finnland. Die Plätze vor der Schweiz besetzen die USA, Singapur, die Niederlande und Hong Kong.

Die neuen EU-Mitgliedsstaaten scheinen in Bezug auf Infrastruktur und E-Business Umgebungen "am Weg" zu sein. Das niedrige Einkommensniveau, eher langsam anlaufende Initiativen des öffentlichen Sektors und der Wirtschaft zeigen aber noch einen großen Aufholbedarf. Estland übernimmt in dieser Region mit einer IT-Initiative für Bildungseinrichtungen, die schon in den frühen 90er Jahren startete, die Führungsrolle in Osteuropa und liegt in der Gesamtwertung am 26. Platz. Überraschend: Einige Länder, die auf bestimmten technologischen Feldern führend sind, belegen nur Plätze im Mittelfeld, weil sie bezogen auf den gesamten Kriterienkatalog nur punktuell hohe Werte aufweisen. Zu diesen Ländern gehören beispielsweise Japan (Platz 25) und Indien (Platz 46).

Quelle: Computerwelt, 19.04.2004

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