Die Analysten übertrafen sich gegenseitig in ihren Voraussagen für die künftige Entwicklung der Technologie und fast sämtliche IT-Konzerne stiegen massiv in den Markt ein bzw. kündigten entsprechende Pläne an.
Der einzige Wermutstropfen für den Bereich war die offensichtlich ungenügende Absicherung der meisten WLANs, die auch dem Hacker-Sport "War-Driving" weiter Auftrieb gab.
Österreich hat angeblich weltweit das dichteste öffentliche WLAN-Netz. Das war jedenfalls das Ergebnis einer Analyse des schwedischen Magazins brainHeart.
Hochzeit mit den HandynetzenDie Konkurrenz zwischen den WLANs und UMTS bzw. GPRS wurde im vergangenen Jahr allerdings durch eine sich abzeichnende relativ friedliche Koexistenz abgelöst.
Dies liegt einerseits daran, dass sich immer mehr Mobilfunkbetreiber im WLAN-Bereich engagieren, andererseits an neuen Techniken zum Roaming zwischen den Netzen.
IT-Player steigen einDie Tech-Giganten Intel, IBM und AT&T wollen ihre Kräfte bündeln und gemeinsam in den USA ein landesweites WLAN-Netzwerk errichten, das jedem US-Bürger drahtlosen Zugang zum Internet ermöglichen soll.
Über das gemeinsam gegründete Unternehmen Cometa Networks [Codename: "Project Rainbow"] sollen in den nächsten Jahren 20.000 WLAN-Access-Points aufgestellt werden.
Intel hat daneben auf seinem Developer Forum [IDF] eine neue Konzernstrategie vorgestellt, in deren Mittelpunkt drahtlose Technologien stehen. Mitten in einem schwachen PC-Markt hofft Intel, dass sich drahtloses Netzwerken zur neuen "Killerapp" entwickelt und hilft, die Umsätze nach oben zu treiben.
Microsoft hat unterdessen angekündigt, mit einer ganzen Reihe von Hardware-Produkten in den Markt für drahtlose Heimnetzwerke einzusteigen.
Und schließlich haben sich Compaq und Cisco verbündet, um gemeinsam den drahtlosen Markt zu erobern. Dazu haben die Unternehmen eine WLAN-Lösung vorgestellt, die zuverlässige, sichere und schnelle Mehrwertdienste für Geschäftsreisende unterwegs bieten soll und vor allem in sogenannten "HotSpots" wie Hotels, Konferenzzentren oder Flughäfen zum Einsatz kommen soll.
- Tech-Giganten gründen WLAN-Firma
- Intel goes Wireless
- Microsoft peilt neuen Hardware-Markt an
- WLAN-Lösungen von Compaq und Cisco
Im vergangenen Jahr häuften sich aber auch die Meldung über zahllose ungeschützte Funknetze - die allerdings den Boom nicht wirklich aufhalten konnten.
Höhepunkt der Warnungen vor den Risiken der drahtlosen Netzwerke war dabei sicherlich die der US-Behörde "Homeland Security", die WLANs sogar als mögliches "Sprungbrett für Terroristen" sieht.
- Riskanter Pfusch bei Funknetzen
- 80 Prozent der Wiener WLANs ungeschützt
- WLAN als Sprungbrett für Terroristen
Den offensichtlichen Missständen wurde allerdings auch mit einer Reihe von Maßnahmen begegnet, wobei die "Streifenpolizisten", die Sicherheitslücken in Washington aufspüren sollen, den nicht ganz ernst zu nehmenden aber denkenswürdigen Höhepunkt darstellen.
Die Wi-Fi-Allianz, ein Zusammenschluss aus 196 WLAN-Herstellern, will unterdessen eine eigene Sicherheitslösung für Wireless-Netzwerke schaffen, die das Problem grundsätzlich löst. Die Verschlüsselung "Wi-Fi Protected Access" [WPA] nimmt einige Elemente vorweg, die für den WLAN-Standard 802.11i geplant sind, soll aufwärtskompatibel sein und 2003 in ersten Geräten zum Einsatz kommen.
Und in bestehenden Netzwerken sollen Tools wie der "WiFi Watchdog" dafür sorgen, unautorisierte Benutzer fern zu halten.
- Mehr Sicherheit für drahtlose Netze
- Ein Wachhund für drahtlose Netzwerke
- "Streifenpolizist" kontrolliert Funknetze
Die Suche nach offenen drahtlosen Firmennetzwerken hat sich unterdessen zu einem regelrechten Sport mit immer neuen Varianten entwickelt.
Die populärste Art ist das "War-Driving" genannte Ansteuern offener Wireless-LAN-Verbindungen mit einer recht einfachen Ausrüstung im Auto. Dabei wird dies noch selten zur Datenspionage benutzt, sondern meist noch als fairer "Sport".
Daneben hat aber auch "WarStorming" für Schlagzeilen gesorgt, bei dem die Netze aus dem Flugzeug heraus angesteuert werden.
Und auf dem Boden hat sich wiederum die Markierung offener Netze mittels Kreidezeichen an den entsprechenden Hauswänden zu einer regelrechten Kultur entwickelt ["War-Chalking"].
Quelle: futureZone
