Mit dem "WLAN für jedermann" will Düsseldorf bundesweit eine Vorreiterrolle spielen, "die der Bedeutung der Stadt als Medienstandort angemessen ist", betonte Oberbürgermeister Erwin beim Startschuss des Projektes. Düsseldorf ist unter anderem deutscher Hauptsitz der Firma Nokia, die WLAN allenfalls als Komplementärtechnik sieht. Die Einrichtung der von T-Systems kommenden Hotspots samt des nötigen Netzmanagements soll die Stadtkasse mit einem Betrag "unter 30.000 Euro" belasten und damit außerordentlich günstig sein.
Während das städtische WLAN für Schüler, Lehrer und Mitarbeiter der Stadtverwaltung kostenlos ist, müssen Besucher und Normalbürger die Nutzung bezahlen. ALs Abrechnungssystem dient "die bewährte Multi-Service-Provider-Plattform von T-Systems, die sich auf der CeBIT mit insgesamt 20.000 Nutzern bewährt hat", meinte Peter Schamel, Leiter des WLAN-Entwicklungszentrums von T-Systems. Als realistischen Grenzwert nannte er 10.000 Nutzer, die gleichzeitig drahtlos "halbstationär" online gehen könnten: Ein echtes Roaming unter den Hotspots sei nur in Ausnahmefällen möglich.
Über ein ausgefeiltes Bandbreitenmanagement soll beim Düsseldorfer Stadtnetz sichergestellt werden, dass vormittags die Schüler das Netz bevorzugt nutzen können und die DSL-Anbindung der Schulen nicht unter der zusätzlichen Netzlast leidet. In stark frequentierten Innnenstadtbereichen sollen die Hotspots über separate T-DSL-Anschlüsse geschaltet werden. Unter den 50 Schulen, die von T-Systems mit Hotspots versorgt werden, haben sich 30 Schulen für eine Lösung mit Firewall und einem Filtersystem zum Schutz vor jugendgefährdeten Inhalten entschieden. Dieser Schutz vor rechtsradikalen Inhalten und pornografischen Angeboten sei nur für die Schüler wirksam und betreffe nicht die Bürger und Besucher von Düsseldorf, betonte Wolfgang Nieburg von der Düsseldorfer Koordinationsstelle Medienwirtschaft gegenüber heise online.
Die Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums freuen sich über das drahtlose Netz, auch wenn im typischen 200-Meter-Radius im Umkreis eines Hotspots der Volksgarten liegt und das Surfen eher etwas für Jogger und Sonnenhungrige ist. Jüngere Jahrgänge mit Computererfahung betonten, dass ihnen der DSL-Zugang zu Hause mit der Möglichkeit zum Online-Spielen wichtiger sei.
Quelle: Heise online
