Großbritannien ist für seinen großzügigen Umgang mit personenbezogenen Daten berüchtigt. In den vergangenen Jahren wurde mehrfach die Forderung laut, Kommunikationsverbindungsdaten bis zu sieben Jahre zu speichern. Zudem sollten etwa ein Dutzend Behörden wie der Finanzdienstbehörde, der Postkommission und einigen Abteilungen des Außenministeriums auf die Kommunikationsdaten zugreifen können. Dies stieß auch bei der britischen Öffentlichkeit auf keine große Gegenliebe. Der Plan wurde schnell als Freibrief für Lauscher (Snooper's Charter) kritisiert. Erst im Januar stellte die Regierung Pläne vor, Internet-Service-Provider zu verpflichten, die Daten bis zu sechs Jahre zu speichern.
Bürgerrechtsgruppen und Parlamentsabgeordnete befürchten, dass mit einem so weitreichenden Zugriff ein Missbrauch der Daten nicht ausgeschlossen werden kann. Schon jetzt haben Polizei-, Zoll- und Steuerbehörden sowie die Geheimdienste Zugang. Telefongesellschaften und Internet-Provider speichern die Verbindungsdaten von Telefonanrufen, E-Mails und besuchten Websites. Laut Innenministerium werden etwa 575.000 Anfragen jährlich gestellt.
Quelle: Heise online
