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Dienstag, 21.04.2026
Transforming Government since 2001
Verwaltungswissenschaftler und -praktiker diskutieren über das Zusammenwachsen der europäischen Verwaltungen

Vom 4. bis 7. September 2002 ist die Universität Potsdam wieder einmal Gastgeber einer großen internationalen Konferenz. Die European Group of Public Administration (EGPA) wird ihre diesjährige Jahrestagung an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Uni am Standort Babelsberg abhalten, und zwar unter dem Generalthema „The European Administrative Space: Governance in Diversity". Die jährlichen Konferenzen von EGPA werden regelmäßig von rund 200 hochrangigen Praktikern und Verwaltungswissenschaftlern besucht, und auch in Potsdam wird mit einer entsprechenden Teilnehmerzahl gerechnet. Bei dem Generalthema der Konferenz geht es um die zentrale Frage, inwieweit sich in verschiedenen Ländern Europas, nicht zuletzt durch die Anforderungen der EU, gemeinsame Standards „guter Verwaltung" („good governance") entwickelt haben, wie diese gegebenenfalls aussehen, ob dies überhaupt erstrebenswert ist und welche verwaltungspolitischen Implikationen solche Standards nicht zuletzt für die Osterweiterung der EU haben. Governance meint dabei nicht nur die interne Organisation von Politik und Verwaltung, sondern vor allem die Entwicklung und Ausgestaltung der Netzwerke zwischen öffentlichem Sektor, der privaten Wirtschaft und nicht zuletzt der Zivilgesellschaft.

Neben international besetzten Workshops zum Generalthema und einem German Panel, auf dem die Staatssekretärin im Bundesinnenministerium Brigitte Zypries die Teilnehmer über die neuesten Entwicklungen in Deutschland informieren wird, gibt es eine Reihe von Studiengruppen zu Themen wie Produktivität and Qualität im öffentlichen Sektor, Personalpolitik oder auch öffentliche Finanzierung and Management. Schlüsselreden halten der Generaldirektor des European Institutes of Administrative Sciences (EIPA), Gerard Druesne, und Johan P. Olsen, Research Director von ARENA (Advanced Research on the Europeanization of the Nation State) in Oslo, derzeit einer der international angesehensten Organisationsforscher. Zu den weiteren „Highlights" der Konferenz zählen zweifelsohne ein Empfang der Teilnehmer durch die Bundesregierung im Bundeskanzleramt Berlin sowie ein Empfang des brandenburgischen Ministerpräsidenten während einer Schiffstour.

Hier können Sie sich weiter über die Konferenz informieren.

Das Gremium
EGPA ist ein Zusammenschluss von Verwaltungswissenschaftlern und Praktikern sowie wichtiger verwaltungswissenschaftlicher Institutionen und gleichzeitig der europäische Zweig des International Institute of Administrative Sciences (IIAS) mit Sitz in Brüssel. In den letzten jähren sind EGPA-Konferenzen unter anderem in Budapest, Paris, Rotterdam, Athen, Glasgow und Vasaa durchgeführt worden. EGPA ist damit so etwas wie das jährliche „Familientreffen" der europäischen Verwaltungswissenschaftler und -reformer, auf dem man sich über die neuesten Entwicklungen, Probleme und Lösungsmöglichkeiten informiert und austauscht. Seit Sommer 2001 ist Prof. Dr. Werner Jann von der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät Präsident der EGPA, und er ist auch, zusammen mit den Professoren Thomas Edeling, Harald Fuhr, Christoph Reichard und Thomas Edeling, Organisator der Konferenz. Dass die Veranstaltung in Potsdam stattfindet, werten Beobachter des Geschehens als Anerkennung für die hier geleistete Arbeit in der verwaltungswissenschaftlichen Forschung und Lehre. Die Potsdamer sind zunehmend auch international gefragt.

Quelle: Portal 7-9/02
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