"Mehr als zwei Drittel der befragten Krankenhäuser messen dem Internet zwar eine hohe strategische Bedeutung bei, haben aber keine Vorstellung, wie sie es aktiv einsetzen können", sagt Prof. Wilfried von Eiff vom CKM.
Kein einziges der Häuser wickelt seinen Zahlungsverkehr über das Internet ab, und nur sechs Prozent bestellen Medikalprodukte elektronisch. Gerade hier gebe es aber große Einsparpotenziale, ist von Eiff überzeugt: "Z. B. fallen jährlich pro Uniklinik rund 30.000 Bestellvorgänge an, von denen einer zwischen 65 und 130 Mark kostet. Elektronische Bestellungen würden nur ein Zehntel davon kosten."
Sparen könnten die Krankenhäuser auch durch elektronische Einkaufsverbünde zwischen mehreren Häusern, ergänzt der Experte für Krankenhausmanagement.
Das Internet könnte auch den Patienten und ihren Angehörigen vieles erleichtern. Denkbar sei eine elektronische Terminvergabe, bei der sich die Patienten selbst einen Krankenhaustermin besorgen können. Auch als Informationsquelle über Krankheiten sei das Internet ein optimales Medium. Diabetes-Patienten beispielsweise könnten laut CKM anhand eines speziell ausgearbeiteten Fragebogens ihren aktuellen Gesundheitszustand überprüfen. Darüber hinaus seien Chat-Rooms sinnvoll, die einen direkten Kontakt zwischen Patient und Arzt ermöglichen.
Von Eiff: "Auf diese Weise ist eine Nachbetreuung möglich, die es bisher in den Krankenhäusern so gut wie gar nicht gibt." Von Eiff schlägt den Aufbau elektronischer Informationsdienste in den Krankenhäusern vor, die von dazu autorisierten Angehörigen abgerufen werden können: "Dort kann dann in Erfahrung gebracht werden, ob die Operation des Partners oder Verwandten abgeschlossen ist, in welchem Zustand er sich befindet, auf welcher Station er liegt und wann er frühestens besucht werden kann." Viele Telefonate blieben den Angehörigen so erspart, gleichzeitig könnte das Personal auf den Stationen entlastet werden.
Quelle: Golem
