Die beiden Minister sehen die Region bereits heute als führend im Bereich Telematik. Nach einer Erhebung des Forschungs- und Anwendungsverbundes Verkehrssystemtechnik Berlin (FAV), einem Kompetenzzentrum der Technologiestiftung Berlin, sind dort fast 80 Unternehmen und rund 20 Forschungseinrichtungen mit insgesamt 4500 Beschäftigten in diesem Sektor aktiv. Die Palette reicht von Softwareentwicklung über die Produktion der erforderlichen Hardware bis hin zur Integration komplexer verkehrstelematischer Systeme. Auf die Fahne geschrieben haben sich die computergestützte Verkehrslenkung neben international agierenden Systemhäusern wie DaimlerChrysler Services, Siemens und Gedas Telematics auch über 70 Startups wie die IVU Traffic Technologies.
Wichtige Infrastruktureinrichtungen der Verkehrstelematik in Berlin sind die Verkehrsmanagementzentrale (VMZ) und das neu gegründete Anwendungszentrum Intermodale Verkehrstelematik (AZVT). Die VMZ soll zum Kernstück zur Steuerung des Berliner Straßenverkehrs auf Basis modernster Telematik-Techniken heranwachsen. Ein Netzwerk von Sensoren an Ampeln ermittelt dabei Daten über die aktuelle Verkehrssituation, die in der VMZ ausgewertet und zu Prognosen verarbeitet werden. Der Berliner Senat unterstützt dieses Projekt mit über sieben Millionen Euro. Das bekannteste Berliner Unternehmen der Branche ist jedoch das Konsortium Toll Collect, das die LKW-Maut hierzulande eintreiben soll und dazu ein Dienstleistungszentrum in Potsdam gegründet hat.
Für Wolf besteht in der Region als Verkehrsballungsraum mit einer hohen Verknüpfungsdichte zwischen Öffentlichem Persononennahverkehr, Straße, Wasser- und Luftverkehr eine "starke Nachfrage" nach intelligenten Telematiklösungen. Für den Schirmherr der IT-Kampagne, dem Gedas-Chef Robert Strauß, ist es aber für den Marktaufbau auch notwendig, dass der Standort gezielt mit staatlich angestoßenen Projekten gefördert wird. "Warum sollten es die Landeshauptstadt Potsdam und die Bundeshauptstadt Berlin nicht schaffen, die Region im Feld E-Government führend zu machen?" Der gemeinschaftliche Vorstoß müsse hier über die Imagebildung hinausgehen und eine klare Ausrichtung auf die Strukturpolitik legen.
Quelle: Heise online
