Heute 4096

Gestern 7229

Insgesamt 65415857

Freitag, 24.04.2026
Transforming Government since 2001
War Thema auf der "liberties lost!"-Konferenz in Wien | Wessling: "Fundamentale Änderung im Verhältnis der Bevölkerung zum Staat" | Ostbehörden setzen ISPs oft illegal unter Druck Im Rahmen der gestern in Wien zu Ende gegangenen 1. Central European Cyber Liberties Conference [CECLC] waren auch die Besonderheiten der Situation der "elektronischen Bürgerrechte" in Westeuropa respektive Osteuropa ein vieldiskutiertes Thema.

Maurice Wessling von der niederländischen Bits-of-Freedom-Initiative stellte fest, dass die Mehrheit der EU-Mitgliedsstaaten sich einzig zu sein scheinen. Sie wollen die Zwangsdatenspeicherung in der EU einführen.

Konkrete, gemeinsame Pläne gäbe es zwar noch nicht, aber es werde hart daran gearbeitet.

Menschen bloße Datenlieferanten

"Eine Überwachung, wie sie angestrebt wird, hat es in der Geschichte noch nie gegeben. Die komplette Bevölkerung soll unter Beobachtung gestellt werden" sagte Wessling.

"Dies bedeutet eine fundamentale Änderung des Verhältnisses zwischen der Bevölkerung und der Exekutive. Die Menschen werden zu 'Service Providern' für die Behörden." führte er weiter aus und betonte, dass es nicht bloß um die Speicherung von Daten gehe.

Vielmehr müssten diese für sofortige Zugriffsmöglichkeiten aufbereitet werden, was die laufende Betreuung enormer Datenbanken erfordere.

Oststaaten ignorieren oft Rechtslage

Die besonderen Probleme in seinem Land beschrieb Veni Markovski vom bulgarischen Zweig der Global Internet Policy Initiative [GIPI]: "Internet Service Provider [ISPs] werden verpflichtet, bestimmte Schnittstellen zur Überwachung inklusive Standleitungen zu den Behörden einzurichten. Diese Kosten hindern kleine ISPs überhaupt am Markteintritt."

Allgemein wurde die Situation in Osteuropa als "dramatisch schlechter als im Westen" eingeschätzt. Regelmäßig würden Behörden Druck auf Unternehmen oder Einzelpersonen ausüben, ohne über entsprechende gesetzliche Grundlagen zu verfügen. Teilweise wird dabei sogar offen gegen bestehende Gesetze verstoßen.

Auch Gemeinsamkeiten von Ost und West wurden entdeckt: Gesetzesentwürfe werden oft in allerletzter Sekunde entscheidend verändert, was öffentliche Diskussionen verhindert.

Quelle: futureZone

Zum Seitenanfang