Das Land Baden-Württemberg will beim Einstieg in die medizinische Telematik eine Vorreiterrolle spielen. In der Vergangeheit war es die AOK Baden-Württemberg gewesen, die auf Wunsch ein Foto des Versicherten auf der herkömmlichen Versichertenkarte anbot. Rund ein Drittel der Versicherten soll dieses zusätzliche Sicherheitsmerkmal akzeptiert haben. Auch das Projekt Doctor to Doctor (D2D) der kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein wurde in Baden-Württemberg getestet.
Zur CeBIT will die Bundesregierung mit den beauftragten Firmen im bIT4health-Konsortium die Lösungsarchitektur vorstellen. "Danach ist es entscheidend, dass das Bewerbungsverfahren zügig anläuft, um nicht weitere Zeit zu verlieren", erklärten Tanja Gönner und AOK-Chef Rolf Hoberg in Berlin.
Erste Erfahrungen mit der elektronischen Gesundheitskarte im Flensburger Modellprojekt wurden vom Internet-Forum Facharzt.de veröffentlicht. In einem Interview erklärte der Kardiologe Martin Hinrichsen, dass niedergelassene Ärzte kaum einen Nutzen von der Karte haben würden. So dauere die Ersterfassung der Daten für die elektronische Gesundheitskarte pro Patient 25 Minuten. "Das Abspeichern neuer Daten auf der Karte dauert relativ lange. Wenn nun alle Patienten mit so einer Karte kommen, wird das problematisch", so Hinrichsen gegenüber dem Internet-Forum.
Zur elektronischen Gesundheitskarte und der Reform des Gesundheitswesens siehe auch:
- Ärzte sind skeptisch
- Elektronische Gesundheitskarten auf dem Weg
- Bitkom fürchtet Sparversion der elektronischen Gesundheitskarte
- Karte ist rechtlich gut abgesichert, aber ...
- Karten-Betriebsgesellschaft gegründet
- Nicht vom Arzt zu eBay
- Elektronische Gesundheitskarte testweise in Rheinland-Pfalz gestartet
- Medica: Die Elektronische Gesundheitskarte ist noch ein Placebo
- Selbstverwaltung will Alleinverwaltung sein
- Elektronische Gesundheitskarte wird zum Forschungsprojekt
- Im Namen der Daten , Artikel zur Unterschriftenaktion von Ärzten gegen die elektronische Gesundheitskarte in Telepolis
- Im Auge des Sturms
- Risikopatient, Die Gesundheitskarte, ein gigantisches IT-Projekt -- wird es zur "Maut II"?, c't 15/04, S. 94
- Patientendaten sicherer beim Arzt?
- Transparente Gesundheitsdaten für alle
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- Kampf dem Chipkartenbetrug
- EDV-Experten warnen vor IT-Desaster im Gesundheitswesen
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- Elektronische Gesundheitskarte soll eine Milliarde einsparen
Autor: (Detlef Borchers) / (thl/c't)
Quelle: Heise online, 23.02.2005
