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Transforming Government since 2001
Siemens-Manager dämpft die Erwartungen

Die Gesundheitskarte wird voraussichtlich erst im Jahr 2008 flächendeckend allen 82 Millionen Bürgern Deutschlands zur Verfügung stehen. Das erwartet zumindest Siemens-Manager Günter Braun, der bei dem Technologie-Konzern alle Entwicklungen für das Kartenprojekt verantwortet. "Anfang 2006 werden wir die erste vorzeigbare Modellregion haben. Wenn wir ein halbes Jahr später mit dem Roll-out beginnen können, wären wir ganz gut", sagte Braun der 'Berliner Zeitung' (Mittwochsausgabe). Der Siemens-Manager schloss dabei aber aus, dass es bei der Einführung des neuen elektronischen Krankenversicherungsausweises zu einem ähnlichen Chaos kommen könne wie bei dem Start der LKW-Maut: Die Industrie habe sich "nicht von der Politik zu unerfüllbaren Zeitplänen überreden lassen", erklärte er. Heftige Kritik wurde aus Wirtschaftskreisen an dem technischen Zuschnitt des Karten-Projekts geübt. "Ich bin froh, dass ich nichts mehr mit der Gesundheitskarte zu tun habe", erklärte ein Ex-Manager des Computerkonzerns IBM gegenüber der Zeitung. Der Spareffekt könnte "zehnmal so hoch" sein. Die Angst von Kassen, Ärzten und Apothekern, ihre Pfründe zu verlieren, habe jedoch die Karte geschwächt. IBM hatte im Projektierungskonsortium Bit4- health den technischen Rahmen für die Karte maßgeblich mitabgesteckt. Die Kritik des einstigen hochrangigen IBM-Mitarbeiters wird allerdings nicht überall in der Industrie geteilt. "Wir sind zwar noch nicht da, wo wir hin wollen. Aber schon sehr weit", erklärte Siemens-Manager Günter Braun.

Autor: (as)

Quelle: de.internet.com, 13.07.2005

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