Auf der CeBIT in Hannover war RFID - die Abkürzung steht für Radio Frequency Identification - eins der großen Themen. Doch potenzielle Sicherheitslücken könnten der jüngsten Euphorie um die vielseitig einsetzbaren RFID-Funketiketten einen Dämpfer verpassen. Wie die New York Times berichtete, hat eine Gruppe europäischer Wissenschaftler erstmals einen möglichen Befall der Etiketten durch Computerviren demonstriert. "Es sollte nicht überraschen, dass ein System, das so billig wie möglich hergestellt werden soll, über keinerlei Sicherheitssysteme verfügt", zitiert die Zeitung Peter Neumann, Wissenschaftler bei dem kalifornischen Forschungsunternehmen SRI International.
Eine neue Pandora-Büchse
RFID-Schadprogramme seien eine Büchse der Pandora, die in den Ecken der neuen, smarten Einkaufszentren und Häuser Staub angesammelt habe. Dabei seien Viren oder Würmer nur der Anfang, es könnten auch RFID-Phishing oder -Wardriving folgen. Lohnendes Ziel für Kriminelle seien vor allem auch die Datenbanken, die hinter der FRID-Technologie stünden.
Durch den Einsatz von RFID erhofft sich beispielsweise die Handelskette METRO bereits bei ersten Einsatzbereichen in der Warenlogistik Einsparungen in Millionenhöhe. Doch nicht nur im Warenhandel, auch in der Medizin oder in Bibliotheken werden Einsatzszenarien erprobt. Vereinzelt wurden RFID-Chips sogar Menschen und Tieren zur Identifikation unter die Haut gepflanzt. Auch in Reisepässen sollen sie künftig verwendet werden.
In ihrer Studie mit dem Titel "Ist Ihre Katze durch einen Computer-Virus infiziert?" zeigen nun die Forscher auf, wie zum Beispiel Terroristen oder Schmuggler einen künftig mit RFID-Technik ausgestatteten Gepäck-Scanner im Flughafen manipulieren könnten. Gleichzeitig werden auch Sicherheitsmaßnahmen aufgezeigt, die solche Attacken verhindern können.
Autor: Marie-Anne Winter (mit Material von dpa)
Quelle: teltarif, 16.03.2006
