Grundsätzlich lassen sich in der aktuellen Diskussion um die RFID-Technologie zwei unterschiedliche Meinungen feststellen. Einerseits hätten die RFID-Systeme das Potenzial, den Barcode als Instrument der Produktkennzeichnung abzulösen. Andererseits sei die technologische Entwicklung noch so unausgereift, dass die zahlreichen Herausforderungen die erwartete Entwicklung empfindlich stören könnten. Eine Befragung von 669 Unternehmen aus den Branchen Fertigung, Transport/ Logistik und Handel in Deutschland durch IDC hat ergeben, dass sich nur 31 Prozent der befragten Unternehmen mit den Einsatzmöglichkeiten der RFID-Technologie auseinandergesetzt haben. Die meisten Firmen entschieden sich, aufgrund vielfältiger Gründe, gegen die Einführung eines RFID-Systems. Gebremst wird eine schnellere Verbreitung von hohen Kosten für die Einführung, der komplexen Integration der Systemkomponenten und der fehlenden Standardisierung. Vor dem Hintergrund einer entsprechenden dynamischen Marktentwicklung wird aber mit einer Auflösung dieser Hemmfaktoren gerechnet. Anbieter seien zudem gefordert die entsprechenden Faktoren sehr ernst zu nehmen.
Das vielfach in Aussicht gestellte Potenzial könne nur dann ansatzweise erschlossen werden, wenn den Unternehmen ein entsprechender Mehrwert dargestellt werden kann. Ein erster Schritt für die Anwenderunternehmen könnte deshalb sein, die realisierbaren Vorteile zu identifizieren und entsprechend auch eine Priorisierung und Bewertung dieser Vorteile vorzunehmen. In kleinen, klar umrissenen Pilotprojekten könnte dann das technologisch Machbare und für das Unternehmen Sinnvolle evaluiert werden. Da in der Regel auch Prozessabläufe tangiert werden, sollten die Unternehmen externe Unterstützung von Anbietern im RFID-Umfeld einbeziehen, um betriebsblinde Entscheidungen zu vermeiden.
Quelle: Ecin, 25.05.2005
