Schaar hatte seine Kritik an der für November geplanten und heute vom Bundeskabinett beschlossenen Einführung von Reisepässen mit kontaktlos auslesbaren, digitalisierten Passbildern erneuert. Dabei ging es unter anderem um die Festlegung auf die RFID zur Datenspeicherung auf Reisepässen, Zweifel an der Zuverlässigkeit biometrischer Verfahren und der projektierten Verschlüsselung sowie die mangelnde Beteiligung des Deutschen Bundestages an den Entscheidungen. Ähnliche Kritik kommt auch aus den Reihen der FDP, deren datenschutzpolitische Sprecherin Gisela Piltz anlässlich der Beratungen des Bundeskabinetts heute mitteilt, es sei "für die Datensicherheit in Deutschland ein Risiko, wenn die Träume des schwärzesten Sheriffs der Republik Wirklichkeit werden".
Schaar selbst hatte ebenfalls in einem Interview mit dem Deutschlandfunk am Wochenende die Schily-Kritik vehement zurückgewiesen. Der Datenschutzbeauftragte Schleswig-Holsteins Thilo Weichert stellte sich vorgestern auf die Seite von Schaar -- der im November 2003 zum ersten Grünen Datenschützer auf Bundesebene gewählt wurde -- und empfahl Schily, "seine Hausaufgaben zu machen".
Autor: (anw/c't)
Quelle: Heise online, 22.06.2005
