Erhebliches Einsparungspotenzial für die öffentliche Hand durch elektronische Ausschreibungen und Online-Versteigerungen ortet eine heute, Donnerstag, vorgestellte Studie der Hamburger Unternehmensberatung Putz & Partner. Demnach könnten sich in Deutschland Bund und Kommunen jährlich fünf Mrd. Euro ersparen, würden "moderne Instrumente" beim Einkauf zum Zug kommen. Alleine der Bund vergibt jährlich Aufträge in der Höhe von 37 Mrd. Euro, die kommunalen Haushalte geben rund 30 Mrd. Euro aus. Durch Online-Versteigerungen und Ausschreibungen via Web könnten diese Kosten um rund 16 Prozent gesenkt werden, berichtet Putz & Partner. Die Unternehmensberatung hat dabei die Einsparungspotenziale aus der Privatwirtschaft umgelegt, die sich ergeben, wenn Unternehmen im Beschaffungswesen Online-Versteigerungen einsetzen. "Durch die Beschaffung mit der Maus nehmen Prozessgeschwindigkeiten zu, Lieferanten können gebündelt und Materialkosten gesenkt werden", sagt Matthias Richter, Projektleiter bei Putz & Partner. Bestes Beispiel sei die deutsche Bundeswehr, die im Rahmen eines Pilotprojektes einige Aufträge via Internet vergeben und dadurch 21 Prozent der Kosten eingespart habe.
Dass nicht mehr Aufträge über das Internet platziert werden, liegt laut Putz & Partner an bisher fehlenden Regularien. Erst ab 2004 soll eine EU-Richtlinie die Beschaffung im Internet für öffentliche Auftraggeber auf breiter Front möglich machen. Über so genannte Experimentierklauseln könnten aber einzelne Behörden schon jetzt Bauaufträge bis zu einem Volumen von maximal fünf Mrd. Euro und andere Investitionen bis zu 200 Mio. Euro online ausschreiben.
Quelle: Pressetext Deutschland
