"Alle drei Länder denken, dass die Dominierung eines Marktes durch ein einziges Unternehmen keine gute Sache ist", wird ein Sprecher des japanischen Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie zitiert. "Wir brauchten einen Ort, um Informationen auszutauschen, um die Verbesserung quelloffener Software voranzutreiben." Weiteren Anschub hätten die jüngsten Viren- und Wurmepidemien geliefert, die die Abhängigkeit von Microsoft-Produkten in fataler Weise verdeutlicht hätten. In den späten 80er Jahren hatte Japan ein breit angelegtes quelloffenes Software-Entwicklungsprogramm auf Druck der USA eingestellt, die eine "Handelsbarriere" für Microsofts proprietäres Business befürchtet und mit Konsequenzen gedroht hatten.
Benjamin Wedmore, Softwareanalyst bei HSBC Securities in Tokio, vermutet unterdessen, dass die drei Länder mit sehr unterschiedlichen Erwartungen an die Zusammenarbeit herangehen und daraus mögliche Interessenkonflikte resultieren könnten. Für Japan könnte aus seiner Sicht Open-Source-Software als Vehikel dienen, seinen Hightech-Firmen wieder prominentere Positionen in globalen Märkten zu verschaffen. China würde eher darauf spekulieren, Hardware ohne teure Software zu verkaufen. Südkoreanische Firmen wie Samsung Electronics schließlich könnten eigene Systeme zum Betrieb zukünftiger mobiler Geräte entwickeln und damit deren Preise aufrechterhalten oder sogar noch erhöhen, erklärte Wedmore gegenüber dem "Wall Street Journal".
Quelle: Computerwoche
