Ausgerechnet der US-Bundesstaat Kalifornien, der im Technologiezentrum Silicon Valley unzählige IT-Konzerne beheimatet, könnte nun verstärkt auf Open-Source-Software setzen. Eine Kommission unabhängiger Wirtschaftsexperten riet Gouverneur Arnold Schwarzenegger sich aus Kostengründen vermehrt auf freie Software zu konzentrieren.
Auch mit der Umstellung der Verwaltung auf Voice over IP könnten laut Bericht Millionen gespart werden.
Schwarzenegger will Silicon Valley zu neuer Blüte führen
Kurz nach seiner Angelobung versprach Schwarzenegger das Silicon Valley zu neuer Blüte zu führen. "Das Wichtigste ist es, die Wirtschaft wieder zurückzuholen", so Schwarzenegger. Das soll auf Dauer das derzeit klaffende Loch im Haushalt stopfen.
Silicon Valley soll in altem Glanz erstrahlen
VoIP spart 20 bis 75 Mio. Dollar pro Jahr
Der Rat zu Open Source und VoIP ist nur ein kleiner Teil des Gesamtsparpakets, das die Experten dem Bundesstaat im umfangreichen "California Performance Review" verordnen.
"Wenn alle unsere Empfehlungen umgesetzt würden, könnte man über die nächsten fünf Jahre über 32 Mrd. Dollar sparen," so die Expertenkommission zu Schwarzenegger.
VoIP allein könnte die Telefonrechnung der Verwaltung um 20 bis 75 Mio. Dollar pro Jahr reduzieren.
Die Einsparungen aus Open Source seien aufgrund zu vieler offener Variablen nicht genau zu bezifffern, der Report verweist jedoch auf zwei staatliche Pilotprojekte, bei denen jeweils 300.000 Dollar gespart wurden.
Plus: Flexibilität und Sicherheit
"Open Source hilft nicht nur dabei, Kosten zu sparen", so der Bericht weiter. "Da der Quellcode offen ist, bietet er Organisationen auch die Flexibilität ihn ihren spezifischen Bedürfnissen anzupassen." Auch könne Open-Source-Software eine höhere Sicherheit bieten, als geschlossene Software.
Rabatt-Offensive zu erwarten
Eine Stellungnahme der kalifornischen Verwaltung zu den IT-Empfehlungen steht noch aus.
Man darf jedoch davon ausgehen, dass die großen Softwarekonzerne das Feld im Sonnenstaat nicht freiwillig räumen werden.
So kämpft etwa Platzhirsch Microsoft, deren Unternehmensitz aber nicht in Kalifornien liegt, mit dem Vorsatz "unter keinen Umständen gegen Linux zu verlieren" um jedes Geschäft.
Dabei haben die Mitarbeiter die Befugnis alle finanziellen Möglichkeiten auszuschöpfen, ein besonderer Fonds deckt selbst gewaltige Preisnachlässe ab.
Wenn notwendig, soll Software gar verschenkt werden Wenn notwendig, solle die Software sogar kostenlos verteilt werden, erklärte Microsoft-Vertriebschef Orlando Ayala im Vorjahr.
Quelle: futureZone, 16.08.2004
