"Wir sind zum Umstieg verdammt", meint Manfred Piechowski, IT-Manager von Tempelhof- Schöneberg. Ein weiteres Argument ist auch die größere Plattformunabhängigkeit der eingesetzten Software, erklärt er. Darüber hinaus sprechen für eine Umstellung auf Linux im Vergleich zu einer Aufrüstung auf Windows XP auch Kostengründe. Denn 90 Prozent der im Bezirk installierten PCs könnten unter Linux weiter genutzt werden. Windows XP sei aufgrund des dann notwendigen Hardware-Austauschs "keine realistische Alternative", erklärt IT- Bezirks-Manager Piechowski.
Ob sich Tempelhof-Schöneberg tatsächlich zum Pilotanwender für Linux in Berlin entwickelt, wird im Herbst entschieden. So einfach wie in München wird die Beschlussfassung jedoch nicht. Denn in der bayerischen Hauptstadt genügte für die Migrationsentscheidung ein einziger Stadtratsbeschluss, während in Berlin jeder Bezirk eigenständig über seine IT-Strategie entscheidet. Zu bedenken ist dabei auch, dass die Berliner Bezirksverwaltungen mit unterschiedlichen softwaregestützten Fachverfahren arbeiten. Diese sind zum überwiegenden Teil noch nicht unter Linux verfügbar. Der IT- Verantwortliche Piechowski erklärt deshalb gegenüber dem Magazin, dass in Berlin wohl auf absehbare Zeit ein "Miteinander von Microsoft- und Open-Source-Software existieren" werde.
Die IT-Strategie der Berliner Landesregierung, die bislang als eher Microsoft-orientiert galt, ist noch offen. Nach Informationen der IT-Wochenzeitschrift soll sich aber ein Senatsvertreter während der IT-Leiter-Konferenz Ende August positiv zu den Linux-Plänen geäußert haben.
Autor: (as)
Quelle: de.internet.com, 02.09.2004
