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Veröffentlicht: 30. November -0001
Die Beschaffungsabteilung der britischen Regierung OGC sieht in Linux-Systemen eine praktische Alternative für den Windows-Desktop. Laut einer gestern in London vorgestellten Studie der Behörde sei ein Umstieg in weiten Teilen der staatlichen Organisationen praktikabel und würde perspektivisch zu deutlichen Kostensenkungen führen. Erstmals besteht nun die Möglichkeit, dass Microsoft nicht nur einzelne Stadtverwaltungen oder Ministerien, sondern große Bereiche eines staatlichen Verwaltungsapparates an das Open Source-Lager verliert. Die Studie umfasst dabei die IT-Infrastrukturen in Regierungsorganisationen, Kommunalverwaltungen, das Gesundheitswesen und andere Segmente. Demnach könnten allein im Rahmen einer ohnehin nötigen Modernisierung der technischen Ausstattung rund 30 Millionen Euro jährlich gespart werden, hieß es. "Tests haben ergeben, dass Open Source-Software ein realer Wettbewerber zu proprietären Produkten ist. Wenn kommerzielle Unternehmen und andere Regierungen das Thema ernst nehmen, müssen auch wir dies tun", so die Studie.
Ein Umstieg wird bisher in verschiedenen Ländern, darunter sind Japan, Südkorea und Brasilien, geprüft. Inwieweit mit einer Migration wirklich Kosten gespart werden, ist meist strittig. So fallen für Open Source-Programme in der Regel keine Lizenzkosten an, für die Umschulung von Administratoren und Nutzern auf die neuen Umgebungen werden jedoch höhere Beträge benötigt, als es beim Wechsel zur nächsten Windows-Version nötig wäre. Je nach untersuchtem Zeitraum und dem Vorgehen bei einem Wechsel entstehen so unterschiedlichste Ergebnisse. Meist ist die Entscheidung für oder gegen die Unterstützung freier Software dadurch politischer Natur.
Autor: (ck)
Quelle: de.internet.com, 28.10.2004